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Buchrestauration: altes Kochbuch

Seit vielen Jahren habe ich ein relativ altes Kochbuch meiner Uroma. Durch die Jahre hat es leider sehr gelitten – vor allem wegen der regen Benutzung in der Küche. Auch wenn meine Oma einen Schutzumschlag aus Wachspapier gemacht hat – das Buch ist desolat.

Hier eine erste Bestandsaufnahme: 

  • Der Rücken ist lose irgendwo zwischen den Seiten
  • Die Deckel sind sehr schmutzig/abgegriffen, haben teilweise Fettflecke, die Kanten sind abgestossen.
  • Die Seiten sind teilweise lose, manche sind oben geknickt, manche haben wirklich böse Flecken
  • Die Bindung ist zwar noch stabil (Heftklammern) aber das Gitter ist brüchig.

 

Einiges kann man gut reparieren, einiges wird bleiben müssen. Ich möchte das Buch so weit wie möglich im Originalzustand erhalten, d.h ich werde nur sanft restaurieren.

Zuerst habe ich den schon sehr instabilen Rücken mit einem dünnen Buchkarton verstärkt und die Kanten versäubert. Natürlich hätte ich hier einen komplett neuen Rücken machen können, wollte das aber wegen dem Originalzustands nicht machen. Solange der Rücken noch halbwegs intakt ist muss man ihn nicht unbedingt ersetzen.

Dann habe ich mal die Buchdeckel gesäubert – so gut und sanft wie möglich. Hier tut Reinigungsbenzin und eine Feile gute Dienste!

Die einzelnen Seiten habe ich dann so gut wie möglich geglättet und gesäubert, ebenso den Buchschnitt.

Zum Schluss ist dann der Rücken wieder mit den Buchdeckeln verbunden worden. Die Schmutzseiten habe ich zusätzlich mit einem ebenso alten Papier in der Biegung verstärkt.

 

Vorher – Nachher:

buchrestauration Buchrestauration

 

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Was sich da in wenigen Worten flott beschreibt hat in Wirklichkeit 8 Stunden gedauert. Dabei ist das nur eine Basis-Restauration. Vor allem die abgestossenen Ecken wieder schichtweise leimen und formen dauert seine Zeit. Man arbeitet da mit Pinzette, Skalpell und einem dünnen Pinsel. Ganz wichtig dabei ist, immer genau die richtige Menge Leim zu erwischen. Ein Zuviel kann Folgen haben. Auch das Reinigen der Buchdeckel braucht einiges an Fingerspitzengefühl. Das Papier des Umschlags ist ca 90 Jahre alt und dementsprechend brüchig. Wenn man beim Schleifen zuviel aufdrückt ist es weg bzw gerissen.

 

Aber es hat sich gelohnt und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Die argen Fettflecken bekommt man auch mit Benzin nicht weg, zumindest nicht ohne die Seite zu zerstören. Ich wollte das Buch soweit restaurieren, dass ich es wieder nutzen kann ohne dass es komplett in seine Einzelteile zerfällt aber trotzdem seinen Charme behält. Es ist nun mal ein seit Generationen genutztes Kochbuch.

 

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