Allgemein,  Grafik

Pricing – oder: was ist mein Design wert?

Die ultimative Frage aller, die mit Design, Grafik, Illustration oder anderen Gestaltungstechniken zu tun haben ist immer: was ist mein Design wert?

Was kann / soll ich dafür verlangen?

Die zwei Hauptpunkte in der Preisgestaltung sind der Marktwert und der persönliche Wert. Aus diesen zwei Punkten kann man sich dann entweder einen geeigneten Stundensatz ausrechnen oder einen fixen Preis pro Designprodukt.

Der Marktwert ist nichts anderes, als das, was derzeit von der breiten Masse deiner Sparte verlangt wird, zb bei Grafikern ein Stundensatz von € 70,00.- oder für ein Logo € 500,00.- Das sind jetzt nur mal Beispielzahlen. Es steckt viel Recherchearbeit dahinter, Preise zu eruieren, da die nicht immer auf den diversen Homepages präsentiert werden, meist steht da (wie auch bei mir) „Wir machen Ihnen ein Angebot“. Warum das so ist erkläre ich dann später. Manchmal jedoch findet man auch Stundenpreise, Paketpreise oder Ähnliches, die man sich notieren kann. Je mehr man vergleicht, desto besser kann man den Mittelwert erkennen. Ausreisser nach oben oder unten gibt es immer nach dem Motto: es wird immer jemand geben, der billiger ist. Daher am Besten am Mittel orientieren.

Der persönliche Wert ist da schon etwas aufwändiger. Persönlicher Wert heisst hier nicht wie gut mir mein Design gefällt und wie toll ich es finde sondern was es mich unterm Strich gekostet hat:

Dazu gehört:

  • Die Anzahl an Stunden, die ihr für das Design gebraucht habt
  • Etwaige Materialkosten (z.B. wie viele Seiten Probeausdrucke)
  • eure monatlichen Fixkosten (Miete, Strom, etc)
  • Versicherungen (wenn ihr selbständig seid)
  • Alle restlichen Kosten ( Hardware, Software, Webspace, etc)
  • Werbemittel (eure Visitenkarten, Flyer, ….)

Das gehört alles mit einbezogen – schliesslich müsst ihr für das alles ja auch aufkommen bzw es bezahlen und solltet es daher auch verdienen.

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Zu den Fixkosten kommt dann noch das, was ihr für euch verdienen wollt – schliesslich muss man ja auch was essen, möchte gerne mal ins Kino oder einen Urlaub machen.  Als Selbständiger zahlt man sich sein Gehalt selbst – inklusive Urlaubsgeld! Und ein guter finanzieller Polster ist auch wichtig – man weiss nie, wann die Waschmaschine oder der PC den Geist aufgibt…

Wenn ihr das alles zusammenhabt, wisst ihr, was ihr im Monat verdienen müsst / wollt. Und davon rechnet euch ca 30% aus und schlagt das drauf – schliesslich hält am Ende des Jahres der Fiskus die Hand auf 😉

Z.B.: ich will im Monat ca € 1900.–(inkl. Fixkosten) verdienen dazu 30% zum Weglegen für die Steuer: macht plus € 570.–  also gesamt € 2.470.–  Hochgerechnet auf ein Jahr macht das € 29.640 .–

Im Jahr arbeitet man ca 210 Tage: schliesslich gibt es Wochenenden und Feiertage, Urlaub, auch mal Krankenstand. Das heisst also, die Jahressumme sollte genau in diesen 210 Tagen verdient werden. Klingt nach ca € 140.– / Tag und nach machbar, nur: man hat oft Tage, Wochen keinen Auftrag oder ein umfangreiches Projekt, wo man länger dafür braucht und keine Aufträge nebenbei machen kann, man braucht auch Zeit zum Netzwerken, für Seminare oder Kundengespräche, Fahrzeiten, Kundenaquise, Social Media… da schrumpft die eigentliche Zeit, wo man effektiv verdient oder verdienen kann ganz schnell zusammen. Das alles sollte man bedenken, wenn man  Stundensatz oder Projektpreis kalkuliert.

Wieviel ihr schlussendlich für die Stunde oder das Projekt verlangt bleibt natürlich euch überlassen. Wichtig neben all den Überlegungen ist aber auf jeden Fall, dass ihr euch nie unter eurem Wert verkauft. Wenn ihr so wie ich ausgebildete und diplomierte Grafiker seid dann seid ihr eben Fachkräfte und das solltet ihr auch im Preis vermitteln. Billig ist nicht immer gut – logisch schauen alle auf die Preise, das machen wir ja beim Einkaufen genauso. Trotzdem ist ab einem gewissen Level schnell der Punkt erreicht, wo der Kunde sich denkt, dass um den Preis nichts Gescheites rauskommen kann. Und eurem Selbstwertgefühl tut das auch nicht gut!

Noch wie versprochen ein Wort zu „Wir machen Ihnen ein Angebot!“ : das hat nicht immer was mit Geheimniskrämerei zu tun sondern mit der Tatsache, dass man gerade im Bereich Grafik meist nicht vorab sagen kann, was z.B. ein Logo kostet. Das hängt von sehr vielen Faktoren ab, die man zuerst mal abfragen muss. Ein gutes Tool für Logo-Design findet ihr hier: Logo-Design Checkliste . 

 

Ich freue mich, wenn ich euch mit meinen Überlegungen weiterhelfen konnte!

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