Tips & Tricks

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Mailchimp ist eine sehr praktische Sache wenn es darum geht, rasch professionelle Newsletter an alle seine Kontakte gleichzeitig zu senden. Für Nicht-Designer kann aber die Erstellung des Newsletters in Mailchimp durchaus kompliziert wirken bzw durch „try and error“ sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.

Mailchimp ist in der Handhabung sehr ähnlich zu WordPress. Auch hier gibt es Templates und die können auch – begrenzt – bearbeitet werden. Wenn man sich mit HTML auskennt, kann man das auch einsetzen.

Für alle, die sich Zeit sparen wollen und nicht endlos herumprobieren möchten habe ich einen Step-by-Step Leitfaden erstellt.

Gratis Download: Mailchimp_Tutorial


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Ausser den – ich sag mal herkömmlichen – Social Media Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram, usw gibt es auch noch die Business-Social-Media Plattformen. Die Chancen, hier (spätere) Kunden kennen zu lernen ist wesentlich höher als auf den allgemeinen Social Media Seiten, da Berufliches absolut im Vordergrund steht. Für alle, die LinkedIn mal näher kennen lernen möchten um sich beruflich zu vernetzen, habe ich ein FAQ erstellt um den Einstieg zu erleichtern.

Brauche ich eine Mail-Adresse für eine Anmeldung?

Ja, brauchst du. Wenn du LinkedIn erst mal ausprobieren willst kannst du dir auch mal zuerst eine „neutrale“ Mail Adresse zulegen, bevor du deine Business-MailAd verwendest.

Brauche ich ein Profil-Foto? Muss das von mir sein?

Ja und nein. Für Test-Zwecke kannst du auch ein Icon oder Logo verwenden. Oder es mal ganz weglassen. Wenn du allerdings wirklich Dich als Unternehmer oder deine Firma präsentieren möchtest ist es wichtig ein Profil-Foto zu haben. Man gewinnt einen ersten Eindruck von seinem Gegenüber und es wird auch persönlicher. Es garantiert potentiellen Networkern oder Kunden, dass dein Profil echt und kein Fake ist. Wenn du unbedingt kein Foto von dir nehmen möchtest dann auf jeden Fall dein Firmen-Logo.

Wie gross muss das Profil-Foto und der Header sein?

Profil-Foto: 500×500 px,  Header: 1400x425px.  Wenn es kleiner/grösser ist kann man es auch anpassen, es sollte aber möglichst nahe an die Maße herankommen, da das Anpassen nur begrenzt möglich ist.

Kann ich bei LinkedIn auch posten?

Ja klar kannst du das. Dazu gehst du auf „Start“

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Dann siehst du in der oberen Zeile drei verschiedene Möglichkeiten, etwas zu posten:

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„Update mitteilen“ ist eine schnelle Möglichkeit, kurze Neuigkeiten zu teilen, ähnlich wie Twitter.

„Foto hochladen“ ist wie der Name schon sagt speziell für Bilder, wenn man nur ein Foto/Bild posten will ohne viel Text.

„Beitrag veröffentlichen“ ist ein Mini-Blog, wo man ein Titel-Bild hochladen kann und den Text ganz gut formatieren und bearbeiten kann. Weiters kann man Links setzen, Fotos und Videos hochladen.

Kann ich festlegen, wann der Beitrag gepostet werden soll?

Nur indirekt. Wenn man einen Post schreibt, wird er automatisch gespeichert, ohne dass man dazu wo hinblicken muss. Wenn man ihn nicht gleich posten will dann ist er wenn man die Seite verlässt einfach mal abgespeichert. Wenn man dann zu einer bestimmten Zeit den Beitrag dann posten möchte, klickt man einfach den entsprechenden gespeicherten Beitrag an und klickt auf „veröffentlichen“. Was man nicht kann ist so wie zB bei Facebook eine gewisse Uhrzeit festlegen, wo sich der Beitrag dann automatisch freischaltet. Natürlich kann man die Entwürfe auch wieder löschen.

Welche Dateien kann ich denn auf LinkedIn hochladen?

Die hochladbaren Dateien sind .jpg , .png oder .gif für Bilder und bei Videos sind  YouTube, SlideShare, Vimeo, Ted, Livestream oder Getty Images möglich.


RECHTSKUNDE FÜR GRAFIKER / 1

Was hat Grafikdesign oder Design im Allgemeinen mit Rechtswissenschaften zu tun?

Eine ganze Menge. Leider ist es ja nicht so dass man so einfach frisch fröhlich drauf los designen kann – es gibt hier mehr rechtliche Grundlagen zu beachten als man denkt! Von allgemeinem Basiswissen in Rechtskunde bis hin zu den (oft gefinkelten) Urheberschutzgesetzen und -Rechten : manchmal wäre es gut, neben dem Grafikstudium auch ein Jus-Studium absolviert zu haben. Klingt schlimm, ist es aber gar nicht. Wenn man sich ein wenig in die Materie vertieft, macht es sogar Spaß und kann im Ernstfall eine Menge Geld, Nerven und Zeit sparen.

Zu wissen was man darf, welche Rechte und Pflichten der Kunde und man selbst hat und ab wann man besser nichts riskiert ist vor allem als selbständiger Grafiker (über)lebenswichtig.

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Das wichtigste zuerst: das Urheberrecht.

Urheber ist jeder, der eine eigentümliche geistige Schöpfung auf dem Gebiet der Literatur, Tonkunst, bildenden Künste oder Filmkunst produziert.

Soweit die recht trockene Definition. Übersetzt heisst das nichts anderes, als dass jeder, der etwas schreibt, zeichnet, designt, filmt oder fotografiert ein Urheber ist und volle Rechte an seinem Werk hat. Auch jedes Foto hat einen Urheber und ist demnach geschützt.

Gerade Bilder sind im Design ja ein grosses Thema.

Schnell mal googeln und danke, da haben wir schon was passendes! Inzwischen hat sich ja herumgesprochen, dass es doch nicht so einfach ist und man nicht nach Lust und Laune Bilder runterziehen und weiterverwenden/Verändern darf.

Jeder Urheber hat volles Recht an seinen Werken, die er jedoch in Form eines Werknutzungsvertrages an beliebig viele Nutzer weitergeben kann. Um bei den Bildern zu bleiben: zB das Vervielfältigungsrecht oder das Bearbeitungsrecht. Diese beiden Rechte kommen nämlich auch bei den berühmten Stockfotos zum Tragen. Dass die meisten kostenpflichtig sind ist klar, es gibt aber auch eine Menge frei verfügbarer Bilder. „Lizenzfrei“ ist da das Zauberwort. Lizenzfrei heisst dass der Urheber des Bildes die Verwertungsrechte in Form eines Werknutzungsvertrages den diversen Plattformen erteilt hat. Diese Plattformen stellen nun die Bilder für Nutzer zur Verfügung und erteilen ihnen ein Vervielfältigungs- und Benutzungsrecht. Meist in irgendeiner beschränkten Form oder auch unbeschränkt. Schlagwort: „zur kommerziellen Wiederverwendung geeignet“.

so sieht das zB aus:

Lizenz: CC0 Public Domain / FAQ

Freie kommerzielle Nutzung / Kein Bildnachweis nötig

Das funktionier so auch bei der beliebtesten Suchmaschine: wenn man unter Suchoptionen schaut gibt es die Auswahl „zur Wiederverwendung gekennzeichnet“. Diese Bilder sind sozusagen „freigegeben“ und können verwendet werden ohne dass man sich Sorgen um die Konsequenzen machen muss. Und NUR diese Bilder, alle anderen bitte nur mit Rücksprache mit dem Urheber!

Wer jetzt denkt „Ach da hätten die aber alle viel zu tun wenn sie jedes geklaute Foto ahnden wollen“ dem sei gesagt: jo, 99 Mal kann es gut gehen aber das 100.Mal ist man dran und dann kann es richtig teuer werden.

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Um solches zu vermeiden sollte man sich zwischen Abendessen und Disco mal mit den Rechtsgrundlagen vertraut machen.

Im Prinzip ist es so, dass man eigentlich nicht mal ein Foto von Facebook weiterposten darf ohne ausdrückliche Genehmigung dazu. Gerade bei SocialMedia entwickeln Bilder ein ziemliches Eigenleben. Nicht immer zur Freude der Urheber…

Wie müsste man eigentlich vorgehen wenn man ein Bild verwenden will?

Zuerst muss man klären, wer der Urheber ist und ob er noch die Rechte an seinem Bild hat. (cave: Werknutzungsvertrag ist nicht das Selbe wie Werknutzungsrecht!). Hat er sie, muss man fragen ob man das Vervielfältigungsrecht erhalten kann bzw muss man nachschauen, ob das irgendwo bei der Bildquelle vermerkt ist. Wenn das Bild schon mal weiter vervielfältigt (also gepostet, gepinnt oder was auch immer) ist, muss man theoretisch über diesen Nutzer die Kette bis hin zum Urheber zurückverfolgen und nachsehen, ob jeder der einzelnen Nutzer das Recht dazu hatte, das Bild zu verwenden. Ist die Kette geschlossen und man hat ebenfalls das Vervielfältigungsrecht erhalten dann kann man das Bild verwenden. Ist die Kette jedoch unterbrochen – Finger weg! Man macht sich dadurch genauso strafbar wie der, der sie unterbrochen hat.

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Das klingt jetzt alles sehr kompliziert und ist es teilweise auch. Wer hat schon die Zeit, Bildquellen bis zum Urheber zurückzuverfolgen? Und meist werden die Dinge im SocialMedia Bereich etwas entspannter gesehen. Vorsicht aber auf jeden Fall bei einem Kundenauftrag! Hier führt kein Weg an der Lizenz vorbei! Wir als Grafiker haben hier auch die sogenannte „Aufklärungspflicht“ gegenüber dem Kunden, sprich wir müssen ihn darauf hinweisen, dass wenn er mit Bildmaterial anrückt, er auch unbedingt die dazugehörigen Verwertungsrechte haben muss. Finger weg von Bildern, wo keiner weiss wem sie gehören oder wenn der Kunde sagt „die hab ich halt gegoogelt“. Im schlimmsten Fall muss man den Auftrag ablehnen; lieber ein Verlust im 3stelligen Bereich als im 6stelligen. Gerade Großkonzerne verstehen da überhaupt keinen Spaß wenn man ihre Bilder verwendet und klagen einen in Grund und Boden. Der Kunde kann sich dann auch an einem schadlos halten – er muss ja die Gesetze diesbezüglich nicht kennen.

Die Kette ist dann folgende: Bildeigentümer/urheber klagt den Kunden, der sie verwendet, Kunde klagt Grafiker, weil der hätte ihn darauf hinweisen müssen. Was dann an Kosten anfallen, kann man sich ja gut vorstellen…

Nächstes Mal befasse ich mich dann mit dem Unterschied zwischen Werknutzungsrecht und Werknutzungsvertrag.

PS: das Ganze gilt natürlich nicht nur für Bilder sondern genauso für Texte, Filme, Videos, Musik und alles Andere.


RECHTSKUNDE FÜR GRAFIKER / 2

Werknutzungsbewilligung und Werknutzungsrecht

wie schon angekündigt, möchte ich heute den Unterschied zwischen einer Werknutzungsbewilligung und einem Werknutzungsrecht erklären.

Wichtig ist das für Grafiker bezüglich Bilder, Texte und sogenannten Templates (Vektor-Templates, etc) die sie verwenden wollen aber auch gegenüber ihren Kunden wichtig.Schließlich ist man ja auch Urheber vieler Dinge, wie z.B einem Logo.

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Prinzipiell gibt es sechs wichtige Nutzungsrechte:

  • Bearbeitungsrecht
  • Vervielfältigungsrecht
  • Recht des Vermieters und Verleihens
  • Vortrags- Aufführungs- und Vorführungsrecht in der Öffentlichkeit
  • öffentliche Zurverfügungstellung  (bezieht sich auf das Internet)
  • Senderecht

Eine Werknutzungsbewilligung oder -recht kann nur der Urheber des jeweiligen Werkes erteilen oder jemand, der von ihm eine Vollmacht bekommen hat. Am öftesten sind das die diversen Verwertungsgesellschaften: AKM z.B ist sicher jedem ein Begriff – eine Agentur für Musiker, die ihre Urheberrechte schützt und Bewilligungen für Nutzer erteilt. Diese AKM bekommt vom jeweiligen Urheber die Vollmacht solche Bewilligungen zu erteilen.

Wir haben also einen Urheber U, der eine tolle Grafik erstellt hat. Da kommt dann Freund P. und weil er sie so toll findet, möchte er sie für sein neues Buch als Cover haben.

Jetzt gibt es zwei Wege:

1) Urheber U fühlt sich geehrt und erteilt P eine Werknutzungsbewilligung für das Vervielfältigungsrecht und die öffentliche Zurverfügungstellung (weil P das Buch natürlich im Internet promoten möchte).

2) Urheber U ist ein wenig in Geldnot und gegen einen Aufpreis erhält P das Werknutzungsrecht für Vervielfältigung und öffentliche Zurverfügungstellung.

Und wo ist da jetzt der Unterschied? Ganz einfach: bei der Bewilligung ist das ein nicht-exklusives Recht, d.h wenn z.B ein anderer Freund H. die Grafik auch nutzen möchte, kann ihm U problemlos dies genehmigen. Bei 2) allerdings hat sich das erledigt – ein Werknutzungsrecht ist ausschließlich exklusiv! Soll heissen, dass P die alleinigen Rechte zur Vervielfältigung und zur Präsentation im Internet hat. Und nur er! Sogar der Urheber darf seine eigene Grafik nicht mehr vervielfältigen oder im Internet auf seiner Homepage posten.

Blöde Geschichte… daher sollte man dringend aufpassen, WAS man erteilt – mit einem Werknutzungsrecht hebelt man sich ganz schnell aus und hat ziemlich sicher das Nachsehen. Das einzige, was einem bleibt, ist, dass man als Urheber angegeben wird/ werden muss. Vielleicht führt das ja zu weiteren Aufträgen aber wenn einem zB mit einem Logo der ganz grosse Wurf gelungen ist und man die Rechte daran abtritt, wird man sich den Rest seines (Berufs-)Lebens darüber ärgern. Ganz sicher.

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Umgekehrt ist es aber auch wenn man etwas verwenden möchte: hat der Urheber keinerlei Rechte mehr an dem Werk nützt es auch nichts, wenn man sich an den wendet, der sie erworben hat: er darf nämlich keine Werknutzungsbewilligungen ausstellen, auch nicht, wenn er sämtliche Werknutzungsrechte hat: DAS darf nämlich nur der Urheber himself. Leider hat der aber alle Rechte exklusiv abgetreten, also hat man in dem Fall das Nachsehen. Freuen tut sich darüber nur der, der das Werknutzungsrecht hat: der braucht sich um Konkurrenz keine Sorgen machen.

Daher bitte überlegt euch gut, was ihr für Verträge unterschreibt  – immer auch das Kleingedruckte lesen! – oder was ihr vertraglich euren Kunden zusichert!

Weil wir gerade beim Thema sind: auf den diversen Freelancer-Plattformen ist es durchaus üblich, ALLE Rechte in Form einen Werknutzungsrechtes abzutreten. Vor allem bei Logo Wettbewerben ist das im Vertrag so geregelt, dass einem als Urheber sämtliche Rechte abgenommen werden.

Dazu auch schnell ein paar Worte: Diese Wettbewerbsplattformen sind ja neben solchen Knebelverträgen auch die reinste Abzocke. Da werden Logo-Wettbewerbe ausgeschrieben wo als Preisgeld gerade mal € 40.- winken (wenn man Glück hat) und falls man gewinnt, erhält der Kunde (wie schon erwähnt) alle Rechte daran und man darf sein Logo nicht mal mehr im Portfolio verwenden. Daran führt kein Weg vorbei: entweder man stimmt den Bedingungen zu bei der Übergabe der Daten oder man bekommt kein Geld.

Mein Tipp: wenn ihr für Kunden was designt bitte immer darauf hinweisen, dass sie nur die Werknutzungsbewilligung (auch genau angeben für welches Nutzungsrecht!) erhalten!


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Ein weiteres wichtiges Thema nach den Verwertungsrechten und den Urheberrechten ist das Thema „Bearbeitung“

Jeder Grafiker hat schon des Öfteren für seine Arbeit Sachen verwendet, die er nicht selbst geschaffen hat : Texte, Bilder, Grafiken und auch manchmal Musik. Für eine Broschüre z.B bekommt man meistens vom Kunden den Text und auch ein paar Bilder. Meistens. Bekommt man nur Text kann man entweder Fotos suchen gehen oder man erstellt selbst passende Grafiken. Was man dabei beachten muss sind auf jeden Fall die Urheberrechte und ob man Verwertungsrechte bekommt (siehe Rechtskunde für Grafiker – Teil 1 und 2)

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Bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Folder. Der Kunde hat leider keine Fotos mitgeliefert und die Suche nach passendem Material beginnt. Leider gibt es nur wenige brauchbare Fotos/Bilder, die wirklich „für kommerzielle Nutzung freigegeben“ sind. Die meisten guten Bilder sind nicht frei oder nur zum Kaufen. Ich persönlich informiere dann meinen Kunden, dass für die nötigen Bilder die Rechte gekauft werden müssen und wenn die Kunden damit einverstanden sind, kommt der Betrag der Bilder mit auf die Rechnung. So weit, so einfach.

Oft aber möchten Kunden keine Stockfotos kaufen oder man braucht nur einen Teil eines Bildes oder möchte zwei oder drei Bilder zu einem neuen Bild umgestalten. Also holt man sich die Bilder schnell aus Google, wirft Photoshop an und fertig. Klingt einfach, ist es aber nicht, denn auch bei Bildbearbeitung ist einiges zu beachten, will man nicht sein sauer verdientes Geld gleich wieder an Rechtsanwälte verlieren.

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Wann ist ein Werk eineBearbeitung? Eine selbständige Neuschöpfung? Wann die Verwendung eines Werkteils? Wann eine Werkverbindung?

1) Die Bearbeitung

Wahrscheinlich die üblichste Nutzung von Daten jeglicher Art, am Beliebtesten sind natürlich Fotos. Eine Bearbeitung ist alles, was das Originalwerk in gewisser Weise verändert (Achtung: Farbkorrekturen, Schärfungen und dergleichen sind keine Bearbeitungen in dem Sinne sondern redaktionelle Veränderungen) Das Wesentliche einer Bearbeitung ist, dass der Original-Charakter des ursprünglichen Werkes noch klar erkennbar ist. In diesem Fall braucht man das  Bearbeitungsrecht vom Urheber. Und zusätzlich auch noch die diversen Verwertungsrechte damit man das bearbeitete Werk dann auch verwenden darf.

2) die selbständige Neuschöpfung

Wenn man ein Originalwerk nur als Anregung verwendet und ein komplett neues Werk gestaltet dann gilt das als Neuschöpfung und man kann getrost sämtliche Verwertung-und Urheberrechte vergessen. Genauso wenn man das Originalwerk direkt so verändert, dass man es kaum/nicht mehr erkennt. Sprich: der Originalcharakter muss im Hintergrund sein. Feine Sache nur leider ist aber genau das der große Knackpunkt. Wann ist der Originalcharakter im Hintergrund? Im Zweifelsfall entscheidet darüber ein Gutachter (Kunstexperte). Oder man holt sich sicherheitshalber trotzdem das Bearbeitungsrecht. Sicher ist sicher…

3) der Werkteil

auch einzelne Teile eines Werkes sind urheberrechtlich geschützt. Je bekannter ein Werk ist desto eher erkennt man ob wer davon einen Teil „herausgenommen“ hat und in sein Werk eingefügt hat. Wenn es sich aber um Teile handelt, die man nicht dem Originalwerk eindeutig zuordnen kann oder die nicht wichtig für das Gesamtwerk sind (zB ein trüber April-Himmel) dann kann man die Teile bedenkenlos verwenden. Auch hier gilt wieder die selbständige Neuschöpfung (wenn man schon unbedingt einen Teil verwenden will, der bekannt oder ein Hauptteil des Originals ist.) Also gibt es 3 Möglichkeiten:

  • man benutzt einen „neutralen“ Teil des Werkes
  • man holt sich die Bearbeitungsrechte
  • man verwendet einen Hauptteil und verändert ihn dann aber so, dass man ihn nicht mehr als Original erkennt.

 

4) die Werkverbindung

Auch ein Klassiker: zwei verschiedene Werke werden zu einem zusammengefügt. Hier sind wir dann wieder beim Folder: Text und Bilder werden zu einer Broschüre zusammengefügt – zwei Werke von zwei verschiedenen Urhebern werden zu einem Werk, welches auch wieder einen Urheber hat. Klarerweise braucht man für beide (oder mehrere) die Verwertungsrechte. Und jeder Teilurheber kann natürlich seinen Teil trotzdem weiter verwerten, nur für die gemeinsame Verwertung müssen alle Teilurheber zustimmen. Wenn ich also eine Broschüre erstellen möchte und dazu Text und Fotos verwende, die dann drucke und verteile brauche ich die Vervielfältigungswerte von Texter und Fotograf.

Also: im Zweifelsfall immer nachfragen oder gleich um die Verwertungsrechte ansuchen und auch beim Kunden konkrete Informationen einholen.Immer nachfragen, woher die Sachen kommen und wer der Urheber ist. Erspart Zeit und Ärger!


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Nachdem ich Urheberrecht, Verwertungsrechte und Bearbeitung behandelt habe, geht es heute um ein genauso wichtiges Thema:

Markenschutz

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Markenschutz ist wahrscheinlich allen geläufig, jeder weiss schließlich, dass Marken wie Coca Cola oder Nike geschützt sind. Was aber genau ist Markenschutz und wie läuft sowas?

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Marke kann sein: eine Wortmarke, eine Bildmarke oder eine Wortbildmarke sowie Bilder, Zahlen, Farben oder auch Klangmarken.  Marke ist alles, was für eine Firma, ein Produkt oder eine Dienstleistung steht. Jeder ist berechtigt, sich seine Marke schützen zu lassen.

Dazu geht man auf das Patentamt und meldet dort seine Marke an. Das Patentamt erstellt im Zuge der Anmeldung eine Liste mit allen bestehenden Marken, die ähnlich sind. Diese Liste kann man dann studieren und schauen, wie weit die Ähnlichkeiten zu den anderen Marken ist. Einreichen kann man auf jeden Fall – dem Patentamt ist es egal, ob und wieviel ähnliche/gleiche Marken es gibt. Nachdem man dann seine Marke angemeldet hat, ist sie geschützt.

Markenschutz kann man entweder national, EU-weit oder international machen. Je nachdem richten sich danach die Preise: Für national bezahlt man € 372.- für 3 Klassen für 10 Jahre. Jede weitere Klasse kostet nochmal € 75.- extra. EU-weit ist es ein wenig teurer: € 900.- Am teuersten ist es natürlich weltweit: über Tausend Euro. Dafür ist die Marke dann in 95 Ländern geschützt.

ALLE INFOS DAZU: Österreichisches Patentamt

Rechte des Markeninhabers: wenn man seine Marke schützen hat lassen kann man natürlich gegen Nachmacher und Abkupferer rechtlich vorgehen: Unterlassungsklage, Beseitigung, Schadenersatz, Urteilsveröffentlichung. Nur der Markeninhaber kann klagen.

cave: Um Markenrechtsverletzungen muss man sich selber kümmern! Im Gegensatz zu manch anderen Rechtsfällen ist man nicht dazu gezwungen, als Dritter Markenrechtsverletzungen zur Anzeige zu bringen!

Und nochmals Vorsicht: wie schon oben erwähnt, bekommt man eine Liste mit ähnlichen Marken. Sieht man, dass es schon eine (sehr) ähnliche Marke gibt und man reicht trotzdem ein, macht man das auf eigenes Risiko! Das Patentamt lehnt keine Marke ab!

Wenn man dann doch einen Konflikt mit einer ähnlichen/gleichen Marke hat gibt es zwei Möglichkeiten: 1) man einigt sich aussergerichtlich, sprich man zahlt einen gewissen Betrag und darf die Marke weiter benutzen oder 2) es kommt zu einer Anklage und der Richter entscheidet, welche Marke bleiben darf. Meist hat die ältere Marke das Vorrecht, bzw die, die mehr bekannt ist.

Was auch wesentlich ist: in welchem Bereich die Marke geschützt ist. Man kann seine Marke in gewissen Bereichen schützen lassen wie zB Lebensmittel-Bereich oder Veranstaltungen. Kommt jetzt einer mit einer ähnlichen/gleichen Marke daher und ist in einem Bereich, den man nicht hat schützen lassen, hat man (meist) das Nachsehen. Dann kann die Konkurrenz problemlos die Marke ebenfalls benutzen.

Soll ich mir die Marke schützen lassen oder nicht? Das kommt darauf an, ob man über ausreichend finanzielle Mittel verfügt und es unterm Stich wirklich was bringt. Das muss jeder für sich entscheiden.

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Das Marktpotential

Prinzipiell sind ja Grafik und Marketing zwei paar Schuhe, auch wenn sie miteinander arbeiten. Ein gewisses Grundwissen an Marketing ist auch bei den Meisten vorhanden, egal ob Grafiker oder in sonst einem Berufsfeld tätig. Durch die Werbe-und Informationsflut bekommt man rasch mit, um was es im Business geht: Verkaufszahlen, Ranking, Gewinn, Image, SEO usw. Reicht an und für sich denken viele. Ja und nein.
(Quelle:www.pixabay.com)

Natürlich erwartet kein Kunde von seinem Grafiker, dass er ihm eine perfekte Marktanalyse samt Portfolioanalyse vorlegt aber trotzdem finde ich, kann es nicht schaden, wenn man im Marketing ein bisschen tiefer geht, vor allem wenn man selbständig tätig ist. Wahrscheinlich werden sich jetzt manche denken „Wozu brauch ich für mich denn zB eine Portfolioanalyse? Das ist doch nur was für grosse Unternehmen? Und kann man digitale Produkte überhaupt genauso marketingmäßig betrachten wie Handtaschen oder Mineralwasser?“

Man kann. Es ist auch hier nicht anders als am Markt mit „echten“ Waren. Auch die Grafik ist ein Markt mit vielen Marktsegmenten. Jeder von uns bedient ein oder mehrerer dieser Segmente und daher ist es nicht schlecht sich mal einen konkreten Überblick zu verschaffen – vor allem, wenn man gerade anfängt. Es wird sicher mindestens einen Tag Arbeit bedeuten, lohnt sich aber allemal.

Marktsegmente sind zB Logo/Corporate Design, Typografie, Editorial Design (Layout und Satz), Druckvorstufentechnik, usw. Mit ein bisschen googeln findet man dann heraus, wer da die Marktführer im jeweiligen Segment sind und wieviele es überhaupt anbieten. Gebe ich zB Logo Design ein rattert sofort eine elendslange Liste an allen möglichen Anbietern herunter, von den berühmten € 5.- Anbietern hin bis zu den Stars der Branche. Allein daraus kann man mal schließen, dass dieses Segment hart an der Grenze des Marktpotentials ist.

Marktpotential:

ist das Verhältnis zwischen Anbietern und Abnehmern. Gibt es mehr Anbieter als Abnehmer, ist das Marktpotential zu 100% ausgeschöpft, der Markt ist gesättigt.

Gebe ich jedoch zB „Schriftgestaltung“ ein, werden die Treffer schon wesentlich weniger. Da kommen eher gute Tips und Tricks oder Info als wirkliche Anbieter. Daraus kann ich dann ableiten, dass das Marktpotential noch nicht erschöpft ist. So gewinnt man mal einen ersten Überblick. Für seriöse Aussagen muss man jedoch schon in die Tiefe gehen und wirklich gründlich recherchieren.

Da Grafik inzwischen ein sehr weites Gebiet ist sollte man sich auf jeden Fall auf ein oder zwei Gebiete spezialisieren. Am Besten in dem, was man am Besten kann / was einem liegt. Trotzdem sollte man vorher mit Hilfe der Marktanalyse schauen, wie es mit dem Marktpotential (sprich: der Konkurrenz) in diesem Bereich aussieht – es bringt nicht viel, wenn man in einen schon (fast) gesättigten Markt einsteigen möchte. Vielleicht entdeckt man dann auch dadurch ganz neue Gebiete, die genauso viel Spaß machen und wo sich das Einsteigen lohnt!


 

STARTHILFE FÜR STARTUPs

 

Wer möchte nicht auf eigenen Beinen im Berufsleben stehen oder sich nebenbei ein wenig was dazuverdienen? Wenn man sich im www ein bisschen umschaut merkt man, dass der Trend in Richtung Selbständigkeit in Form von Klein-und Kleinstunternehmen geht. Das Hauptproblem ist hier das liebe Geld: wie vermarkte ich mich ohne mich damit finanziell zu ruinieren? In einem Versuch habe ich herausgefunden, dass viele StartUps und Einzelunternehmer durchaus grafische Dienstleistungen bräuchten, sich die gängigen Agenturkosten aber schlichtweg nicht leisten können. Verständlich. Ich persönlich bin der Meinung, dass 1) Geld nicht alles ist im Leben 2) „Geiz ist geil“ einer der dümmsten Werbesprüche ever ist 3) die Profit-Gier genauso dämlich ist 4) gegenseitige Unterstützung der Weg dazu ist, dass alle was vom Kuchen haben Daher habe ich mir zwei Angebote für StartUps und Klein(st)Unternehmer überlegt um ihnen ein bisschen Starthilfe zu geben. Natürlich beruht das Ganze auf einem Grundprinzip: der Ehrlichkeit. VORSCHUSS-LORBEEREN: Für alle, wo gerade budgetäre Ebbe herrscht: Design gleich – Bezahlung später. BÖRSERL – DESIGN: Man sagt, was man braucht und wieviel man dafür bezahlen kann. Was es ist: eine Starthilfe für Unternehmer um professionelle Werbemittel zur Hand zu haben und um dadurch mehr Kunden / Neukunden zu gewinnen Was es definitiv nicht ist: das € 10 – Logo der diversen Freelancer-Plattformen oder eine Schummel-Partie (Prinzip Ehrlichkeit!)

Ich freue mich, wenn ich damit dem Einen oder Anderen helfen kann geschäftlich vorwärts zu kommen!


 

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